Meine Schwester dagegen ist noch immer auf dem indischen Subkontinent unterwegs. Anders als ihr Freund, der bereits zurückgekehrt ist, bleibt sie länger unterwegs als geplant. Nun steht ein Trekking zum Everest Basis Camp auf dem Programm, danach führt die Reise weiter durch Nordindien, noch bis September! Schade, dass sie noch so lange weg bleibt. Gleichzeitig bin ich aber auch der Nutznießer dieser Situation, denn Ende Juni heißt es für mich: Urlaub in Indien.
Mittwoch, 16. April 2008
Einer wieder da, die andere länger weg
Sonntag, 13. April 2008
Die Neue Nationalgalerie
Ich war zwar schon einmal dort gewesen, um mir die Franzosen aus New York Ausstellung anzuschauen. Um für diese Werke Platz zu machen war jedoch die Dauerausstellung komplett aus dem Museum verbannt worden, sodass mich nun etwas neues erwartete. In den 1960ern entstanden als Pendant zur Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel, die sich ja damals in Ostberlin befand, sollte die Neue Nationalgalerie die im Westen verbliebenen Gemälde beherbergen. Nach der Wende wurden die bestände dann neu verteilt: 18. und 19. Jahrhundert finden sich in der Alten Nationalgalerie, das 20. Jahrhundert in der Neuen.
Der Schwerpunkt ist definitiv die erste hälfte des vergangenen Jahrhunderts, also die klassische Moderne. Insbesondere dem Expressionismus wird viel Raum gewährt, aber auch dem Bauhaus, dem Realismus, dem Kubismus, sowie der Nachkriegskunst. Schließlich gibt es auch einige recht junge und sogar zeitgenössische Werke. Künstler, die in der Neuen Nationalgalerie ausgestellt werden sind u.a. Max Beckmann, Max Ernst, Otto Dix, Paul Klee, Picasso, Dalì, Edvard Munch.
Wie schon beim Besuch der Franzosenausstellung war ich durch die Räumlichkeiten und den umfang des Museums angetan. Es ist zwar recht schmucklos, doch der moderne Bau hebt die Werke gut hervor, die Beleuchtung und die Größe der Räume erlaubt eine optimale Betrachtung der Bilder. Nur die Tatsache, dass die meisten hinter eine Glasscheibe verborgen sind, trübt die Freude ein wenig. In zwei Sunden ist man durch, danach kann ich in Kunstmuseen ohnehin nicht mehr. Besonders gefallen hat mir die gute Beschriftung der Bilder, durch die man einige Informationen gewinnt, die gerade bei moderner Kunst oft erst die Wertschätzung der Kunstwerke erlaubt. Zudem ist anders als auf der Museumsinsel der Audioguide umsonst!
Eine sehr sehenswerte und gute Ergänzung zur Sammlung der Nationalgalerie ist die Sammlung Berggruen in Charlottenburg, die ich bereits vor ein paar Wochen besucht habe. Dort wird die Sammlung des Pariser Galeristen Heinz Berggruen präsentiert. Diese enthält größtenteils Werke von Picasso. Hinzu kommen Bilder von Paul Klee und Henri Matisse sowei Skulpturen von Alberto Giacometti. Auch dieses Museum hatte mich damals sehr begeistert und ich kann jedem den Abstecher nach Charlottenburg nur empfehlen, zumal das dortige Schloss auch sehr sehenswert ist.
Mittwoch, 9. April 2008
Von wegen gemäßigt...
Dienstag, 8. April 2008
Der Anglizismen Index
Ich selbst bin kein Fanatiker, der unter allen Umständen versucht, im Sprachgebrauch Anglizismen zu vermeiden. Doch ich stimme dem Ansatz des Anglizismen Index zu, auch wenn er – wie solche Instrumente so oft – ein bisschen radikal ist: Es wird differenziert zwischen sinnvollen Ergänzungen (z.B. Clown, Baby, Babysitter), Anglizismen, die einen differenzierenden Beitrag zur deutschen Sprache leisten (z.B. viele Wortzusammensetzungen mit dem Bestandteil „Team“), uns solche, die deutsche Wörter verdrängen (wie Ticket, check, Shop). Von den 6.000 Wörtern im Index werden 2% als ergänzend, 16% als differenzierend und 80% als verdrängend eingeordnet. Hinzu kommen 2% Eigennamen und Abkürzungen.
Wie gesagt, ich Stimme dem Prinzip zu und rege mich oft genug darüber auf, dass häufig für Dinge, die man wunderbar mit einem Deutschen Begriff bezeichnen kann, das englische Pendant verwendet wird. Mich schüttelt es allerdings so richtig, wenn dabei auch noch das Englische Wort eingedeutscht wird.
Ein Beispiel, um dies zu veranschaulichen: Ich habe in der Arbeit viel mit „Uploads“ (privat auch viel mit „Downloads“) zu tun. Die Verwendung der Substantive „Upload“ und „Download“ im Deutschen finde ich vollkommen in Ordnung, denn es gibt meiner Meinung nach kein passendes deutsches Wort. Der Anglizismen Index klassifiziert Download als verdrängend und schlägt „das Herunterladen“ bzw. „die Heruterladung“ vor. Ersteres trifft den Begriff nur Teilweise („Ich bin am Herunterladen“), letzteres ist zu künstlich. Upload als Substantiv wird nicht aufgeführt. Braucht man das Wortpaar als Verb, gibt es mit „hochladen“ und „(he)runterladen“ wunderbare deutsche Bezeichnungen. Da schüttelt es einen doch, zu hören (oder gar zu lesen!) „upgeloadet“ oder „downloaden“. Furchtbar! Das ist doch ein Verbrechen nicht nur am Deutschen, sondern auch am Englischen. Beide sind so schöne Sprachen!
Freitag, 4. April 2008
Wenn ich müde bin, bin ich auch selber Schuld…
Die erste Band, Die Mannequin, verpasste ich zur Hälfte, doch das fand ich nicht schlimm, denn das, was sie machen, klingt für mich allzu sehr nach Krachmusik. Krachpunk, das ist einfach nicht meins. Es folgten die Trashmonkeys, das war schon hörenswerter. Eine deutsche Spaßrockkapelle, die sich die größte Mühe gaben, Stimmung zu machen und dies auch ob ihrer mitreißenden Musik (weniger den angestrengt enthusiastischen Zwischenansagen) auch gelang. Allerdings war ich ohnehin wegen der zwei folgenden Gruppierungen gekommen.
Die Futureheads sind gewissermaßen die vergessenen Kinder des 2005er England-Indie-Hypes. Ihr selbstbetiteltes Erstlingswerk erschien zur gleichen Zeit wie Maxïmo Parks A Certain Trigger oder derer von heutigen Größen wie den Kaiser Chiefs, Block Party oder auch The Rakes. Anders als ihre Kollegen füllen sie aber heute nicht die mittelgroßen Hallen, sondern sind noch immer auf Hoffnungsträgertouren unterwegs. Dabei stehen sie diesen anderen Bands musikalisch in nichts nach, im Gegenteil: temporeicher und gut tanzbarer Indierock, dessen Besonderheit darin liegt, dass sich alle Bandmitglieder am Gesang beteiligen. Polyphonischer Indierock also, wenn man den Begriff nicht allzu eng definiert. Erfolg ist nun mal nicht unbedingt erklärbar. Jedenfalls waren die Futureheads nicht einmal Headliner des Abends und man hatte auch den Eindruck, dass die meisten im Publikum eher wegen der noch zu folgenden Rifles da waren. Trotzdem spielte die Band sehr begeistert und elanvoll und riss alle im Publikum mit. Das über einstündige Set rechtfertigte schon allein das Eintrittsgeld enthielt sowohl Songs aus den beiden ersten Alben als auch ein paar sehr viel versprechende Kostproben auf das im Mai erscheinende neue Werk, This is not the World. Ein paar davon gibt es auf der MySpace Seite, das Video zur vorab erschienenen Single gibt’s gleich hier:
Unter diesen Umständen hatten es The Rifles anschließend schwer, bei mir ebensolche Begeisterungsschübe auszulösen (das bezieht sich nur auf mich, der Rest des Publikums war hin und weg). Dies soll aber ihre Qualität nicht mindern. Während die Referenzen der Futureheads eher in den frühen 80er Jahren liegen (Stichwort Gang of Four), nehmen The Rifles klar auf die 90er Bezug. Oasis in gut, könnte man verkürzend sagen. Auch in schneller, aber es steckt ein ähnliches Talent für recht eingängige Hymnen in der Band. Übrigens evozieren Aussehen und Attitüde durchaus auch Oasis, es wäre den Rifles zu wünschen, dass sie einen ebensolchen Erfolg einfahren. Auch wenn sie noch keine großen Hallen füllen, haben sie sich denn auch eine treue Fanbasis erspielt, wenn man die Band-T-Shirt Dichte im Publikum und dessen Textsicherheit als Indikator nimmt. Das Konzert im Heidelberger Karlstorbahnhof vor gut einem Jahr, wo ich The Rifles bereits gesehen hatte, war jedenfalls deutlich weniger gut besucht. Das „lange“ Aufbleiben hat sich jedenfalls gelohnt, ich ging mal wieder sehr begeistert nach Hause.