Mittwoch, 16. April 2008

Einer wieder da, die andere länger weg

Es tut sich was bei meinen asienreisenden Geschwistern. Zur großen Freude sowohl meiner Eltern als auch meiner selbst ist mein kleiner Bruder letzte Woche wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt. Ich bekam ihn gestern erstmals zu Gesicht, denn er hat sich vorübergehend bei mir eingenistet. Seit heute ist er in der Tat nicht mehr nur auf dem Papier Student an der HU, sondern auch tatsächlich. Nun hat er zwei Wochen Zeit, eine eigene Unterkunft zu finden, sonst muss er auf der Straße schlafen...

Meine Schwester dagegen ist noch immer auf dem indischen Subkontinent unterwegs. Anders als ihr Freund, der bereits zurückgekehrt ist, bleibt sie länger unterwegs als geplant. Nun steht ein Trekking zum Everest Basis Camp auf dem Programm, danach führt die Reise weiter durch Nordindien, noch bis September! Schade, dass sie noch so lange weg bleibt. Gleichzeitig bin ich aber auch der Nutznießer dieser Situation, denn Ende Juni heißt es für mich: Urlaub in Indien.

Sonntag, 13. April 2008

Die Neue Nationalgalerie

Nach längerer Zeit ohne Museumsbesuche habe ich beschlossen, meine Tour der Staatlichen Museen Berlins fortzusetzen, bevor sommerliches Wetter eher zu Aktivitäten unter der Sonne anregt (sofern diese mehr schein als im vergangenen Jahr). So machte ich mich gestern auf den Weg in die Neue Nationalgalerie am Kulturforum am Potsdamer Platz.

Ich war zwar schon einmal dort gewesen, um mir die Franzosen aus New York Ausstellung anzuschauen. Um für diese Werke Platz zu machen war jedoch die Dauerausstellung komplett aus dem Museum verbannt worden, sodass mich nun etwas neues erwartete. In den 1960ern entstanden als Pendant zur Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel, die sich ja damals in Ostberlin befand, sollte die Neue Nationalgalerie die im Westen verbliebenen Gemälde beherbergen. Nach der Wende wurden die bestände dann neu verteilt: 18. und 19. Jahrhundert finden sich in der Alten Nationalgalerie, das 20. Jahrhundert in der Neuen.

Der Schwerpunkt ist definitiv die erste hälfte des vergangenen Jahrhunderts, also die klassische Moderne. Insbesondere dem Expressionismus wird viel Raum gewährt, aber auch dem Bauhaus, dem Realismus, dem Kubismus, sowie der Nachkriegskunst. Schließlich gibt es auch einige recht junge und sogar zeitgenössische Werke. Künstler, die in der Neuen Nationalgalerie ausgestellt werden sind u.a. Max Beckmann, Max Ernst, Otto Dix, Paul Klee, Picasso, Dalì, Edvard Munch.

Wie schon beim Besuch der Franzosenausstellung war ich durch die Räumlichkeiten und den umfang des Museums angetan. Es ist zwar recht schmucklos, doch der moderne Bau hebt die Werke gut hervor, die Beleuchtung und die Größe der Räume erlaubt eine optimale Betrachtung der Bilder. Nur die Tatsache, dass die meisten hinter eine Glasscheibe verborgen sind, trübt die Freude ein wenig. In zwei Sunden ist man durch, danach kann ich in Kunstmuseen ohnehin nicht mehr. Besonders gefallen hat mir die gute Beschriftung der Bilder, durch die man einige Informationen gewinnt, die gerade bei moderner Kunst oft erst die Wertschätzung der Kunstwerke erlaubt. Zudem ist anders als auf der Museumsinsel der Audioguide umsonst!

Eine sehr sehenswerte und gute Ergänzung zur Sammlung der Nationalgalerie ist die Sammlung Berggruen in Charlottenburg, die ich bereits vor ein paar Wochen besucht habe. Dort wird die Sammlung des Pariser Galeristen Heinz Berggruen präsentiert. Diese enthält größtenteils Werke von Picasso. Hinzu kommen Bilder von Paul Klee und Henri Matisse sowei Skulpturen von Alberto Giacometti. Auch dieses Museum hatte mich damals sehr begeistert und ich kann jedem den Abstecher nach Charlottenburg nur empfehlen, zumal das dortige Schloss auch sehr sehenswert ist.

Mittwoch, 9. April 2008

Von wegen gemäßigt...

... die tägliche Lektüre meines Lieblingsblogs zu amerikanischen Politik bringt heute hoch interessante Erkenntnisse. Es wird dort eine Klassifizierung der 100 US-Senatoren nach ihrem Abstimmungsverhalten vorgenommen, von liberal zu am wenigsten liberal (also am konservativsten). Das Ergebnis: John McCain ist einer der konservativsten Senatoren! Wie das Image des gemäßigten trügen kann. Clinton und Obama sind etwa gleichauf im Mittelfeld der Demokraten. Ein weiterer Hinweis darauf, dass es bei der Vorwahlentschiedung primär um Persönlichkeiten, nicht um Inhalte geht. Umso wichtiger, diese Auseinandersetzung möglichst schnell beizulegen, damit der nächste US-Präsident ein(e) Demokrat(in) ist.

Dienstag, 8. April 2008

Der Anglizismen Index

Ich hab gerade für kurze Zeit ein kostenloses Probeabo des Focus. Ein furchtbares Käseblatt, nicht der Rede wert. Allerdings habe dort dennoch einen interessanten Hinweis gefunden zum Anglizismen Index des Vereins Deutsche Sprache (VDS). Den gibt es sowohl im Internet als auch als Buch beim IFB Verlag.

Ich selbst bin kein Fanatiker, der unter allen Umständen versucht, im Sprachgebrauch Anglizismen zu vermeiden. Doch ich stimme dem Ansatz des Anglizismen Index zu, auch wenn er – wie solche Instrumente so oft – ein bisschen radikal ist: Es wird differenziert zwischen sinnvollen Ergänzungen (z.B. Clown, Baby, Babysitter), Anglizismen, die einen differenzierenden Beitrag zur deutschen Sprache leisten (z.B. viele Wortzusammensetzungen mit dem Bestandteil „Team“), uns solche, die deutsche Wörter verdrängen (wie Ticket, check, Shop). Von den 6.000 Wörtern im Index werden 2% als ergänzend, 16% als differenzierend und 80% als verdrängend eingeordnet. Hinzu kommen 2% Eigennamen und Abkürzungen.

Wie gesagt, ich Stimme dem Prinzip zu und rege mich oft genug darüber auf, dass häufig für Dinge, die man wunderbar mit einem Deutschen Begriff bezeichnen kann, das englische Pendant verwendet wird. Mich schüttelt es allerdings so richtig, wenn dabei auch noch das Englische Wort eingedeutscht wird.

Ein Beispiel, um dies zu veranschaulichen: Ich habe in der Arbeit viel mit „Uploads“ (privat auch viel mit „Downloads“) zu tun. Die Verwendung der Substantive „Upload“ und „Download“ im Deutschen finde ich vollkommen in Ordnung, denn es gibt meiner Meinung nach kein passendes deutsches Wort. Der Anglizismen Index klassifiziert Download als verdrängend und schlägt „das Herunterladen“ bzw. „die Heruterladung“ vor. Ersteres trifft den Begriff nur Teilweise („Ich bin am Herunterladen“), letzteres ist zu künstlich. Upload als Substantiv wird nicht aufgeführt. Braucht man das Wortpaar als Verb, gibt es mit „hochladen“ und „(he)runterladen“ wunderbare deutsche Bezeichnungen. Da schüttelt es einen doch, zu hören (oder gar zu lesen!) „upgeloadet“ oder „downloaden“. Furchtbar! Das ist doch ein Verbrechen nicht nur am Deutschen, sondern auch am Englischen. Beide sind so schöne Sprachen!

Ich finde übrigens, dass man auch wunderschön deutsche Begrifflichkeiten verwenden kann, wenn sich der Anglizismus schon komplett eingebürgert hat. Klingt Tanzboden nicht toll? Oder Zwischennetz? Versteht doch jeder!

Freitag, 4. April 2008

Wenn ich müde bin, bin ich auch selber Schuld…

Meine Müdigkeit auf die Sommerzeit zu schieben, ist etwas zu kurz gegriffen, ich gebe es zu. Denn wenn ich mich trotz Aufstehzwängen um 5 Uhr bis Mitternacht bei Konzerten herumtreibe, dar ich mich auch nicht beschweren. Allerdings ging das diese Woche auch nicht anders, denn täglich hätte ein (oder gar zwei) gute Konzerte gewunken. Da sowohl Zeit als auch Geld leider ein knappes Gut sind, musste also eine Entscheidung getroffen werden. Erfahrungsgemäß viel versprechend und zudem nicht zu teuer sind von Musikmagazinen gesponserte Tourneen mehrerer Künstler, sodass ich mich nach reiflicher Überlegung für die Visions Spring Tour im Postbahnhof entschied. Eine weise Entscheidung.

Die erste Band, Die Mannequin, verpasste ich zur Hälfte, doch das fand ich nicht schlimm, denn das, was sie machen, klingt für mich allzu sehr nach Krachmusik. Krachpunk, das ist einfach nicht meins. Es folgten die Trashmonkeys, das war schon hörenswerter. Eine deutsche Spaßrockkapelle, die sich die größte Mühe gaben, Stimmung zu machen und dies auch ob ihrer mitreißenden Musik (weniger den angestrengt enthusiastischen Zwischenansagen) auch gelang. Allerdings war ich ohnehin wegen der zwei folgenden Gruppierungen gekommen.

Die Futureheads sind gewissermaßen die vergessenen Kinder des 2005er England-Indie-Hypes. Ihr selbstbetiteltes Erstlingswerk erschien zur gleichen Zeit wie Maxïmo Parks A Certain Trigger oder derer von heutigen Größen wie den Kaiser Chiefs, Block Party oder auch The Rakes. Anders als ihre Kollegen füllen sie aber heute nicht die mittelgroßen Hallen, sondern sind noch immer auf Hoffnungsträgertouren unterwegs. Dabei stehen sie diesen anderen Bands musikalisch in nichts nach, im Gegenteil: temporeicher und gut tanzbarer Indierock, dessen Besonderheit darin liegt, dass sich alle Bandmitglieder am Gesang beteiligen. Polyphonischer Indierock also, wenn man den Begriff nicht allzu eng definiert. Erfolg ist nun mal nicht unbedingt erklärbar. Jedenfalls waren die Futureheads nicht einmal Headliner des Abends und man hatte auch den Eindruck, dass die meisten im Publikum eher wegen der noch zu folgenden Rifles da waren. Trotzdem spielte die Band sehr begeistert und elanvoll und riss alle im Publikum mit. Das über einstündige Set rechtfertigte schon allein das Eintrittsgeld enthielt sowohl Songs aus den beiden ersten Alben als auch ein paar sehr viel versprechende Kostproben auf das im Mai erscheinende neue Werk, This is not the World. Ein paar davon gibt es auf der MySpace Seite, das Video zur vorab erschienenen Single gibt’s gleich hier:


Unter diesen Umständen hatten es The Rifles anschließend schwer, bei mir ebensolche Begeisterungsschübe auszulösen (das bezieht sich nur auf mich, der Rest des Publikums war hin und weg). Dies soll aber ihre Qualität nicht mindern. Während die Referenzen der Futureheads eher in den frühen 80er Jahren liegen (Stichwort Gang of Four), nehmen The Rifles klar auf die 90er Bezug. Oasis in gut, könnte man verkürzend sagen. Auch in schneller, aber es steckt ein ähnliches Talent für recht eingängige Hymnen in der Band. Übrigens evozieren Aussehen und Attitüde durchaus auch Oasis, es wäre den Rifles zu wünschen, dass sie einen ebensolchen Erfolg einfahren. Auch wenn sie noch keine großen Hallen füllen, haben sie sich denn auch eine treue Fanbasis erspielt, wenn man die Band-T-Shirt Dichte im Publikum und dessen Textsicherheit als Indikator nimmt. Das Konzert im Heidelberger Karlstorbahnhof vor gut einem Jahr, wo ich The Rifles bereits gesehen hatte, war jedenfalls deutlich weniger gut besucht. Das „lange“ Aufbleiben hat sich jedenfalls gelohnt, ich ging mal wieder sehr begeistert nach Hause.

Mittwoch, 2. April 2008

Ich hasse die Sommerzeit!

Seit am Wochenende die Zeit umgestellt wurde, schleppe ich mich nur übermüdet durch die Tage. Da das Wochenende recht anstrengend war, hatte ich auf die Woche gezählt, um mich durch früh ins Bett Gehen wenigstens ein wenig zu erholen. Doch die Zeitumstellung macht mir einen Strich durch die Rechung. So kämpfe ich den ganze Tag gegen meine schweren Augenlider, doch wenn es dann Abends Zeit wird, in die Heia zu gehen, bin ich wieder topfit (nun ja, fast). So geht es am nächsten Tag wieder los... Dabei weiß doch jedes Kind, dass die Zeitumstellung rein gar nichts bringt. Abschaffen!
Gut, dass schon wieder bald Wochenende ist, sodass ich mich endlich im Bett wälzen kann...

Dienstag, 1. April 2008

Der Beweis...

... für alle die mir damals nicht glauben wollten. Heute erhielt ich die Fotos des Besuchs des kanadischen Premierministers Harper in der Botschaft von Kanada, letztes Jahr anlässlich des EU-Kanada Gipfels. Kommt ja nicht alle Tage vor, dass man sich im Glanze eines solchen politischen Schwergewicht sonnen darf ;-)
Waren das noch Zeiten, als ich noch Mr. Wichtig spielen durfte... Herr Harper ist übrigens der Herr im Zentrum (wer hätte das Gedacht?).