Sonntag, 28. November 2010

Hochzeit!

Als ältester Sohn der Familie wäre es eigentlich an mir, als erster von meinen Geschwistern zu heiraten. Da jedoch die passende Frau (noch) nicht in meinem Leben aufgetaucht ist, habe ich meinem jüngeren Bruder den Vortritt gelassen.

Natürlich war die Aufregung im Vorfeld groß und die Hochzeitsvorbereitungen liefen nicht komplett konfliktfrei, sodass ich mich entschied, mich weitgehend rauszuhalten. Als der Tag jedoch gekommen war, waren jedoch alle Scherereien vergessen. Es gab ein wunderbares Fest, mit dem das Glück des Brautpaares harmonisch und mit viel Freude zelebriert und die Braut als neues Mitglied in unserer Familie willkommen geheißen wurde. Das Wetter spielte mit,die Sonne strahlte bei rekordverdächtigen Temperaturen für Ende November. Der Sektempfang wurde so teilweise vom Wintergarten auf den Rasen meiner Eltern verlegt. Ohne viel Terz, doch umso herrlicher wurde dann in Neuenweg in sehr gemütlich-kitschigem Ambiente bis tief in die Nacht gefeiert, als alle nach und nach völlig ermattet ins Bett fielen. Das Fest wird wohl allen, die da waren, in bester Erinnerung bleiben. Das schöne an der Sache: es kommt noch dicker. Denn im nächsten Jahr ist zur kirchlichen Trauung in Bulgarien (der Heimat der Braut) ein richtig großes Fest geplant. Man darf gespannt sein und sich darauf freuen.

Fotos (die des „offiziellen“ Hochzeitsfotographen folgen noch)

Donnerstag, 9. September 2010

Kleiner Ausflug auf's Land

Nachdem ich mich am Samstag von einer furchtbaren Arbeitswoche erholt hatte, wollte ich den vergangenen Sonntag nutzen, um den Kopf frei zu bekommen. Was ist da besser geeignet als eine Radtour auf's Land? Auf diese Weise konnte ich mein Vorhaben fortsetzen, das Umland Hamburgs ein wenig kennen zu lernen. So entschied ich mich diesmal für einen Ausflug in den Osten Hamburg, zunächst mit der S-Bahn nach Bergedorf und von dort aus mit dem Rad in die Vier- und Marschlande.

Zunächst machte ich zu Fuß einen kleinen Spaziergang durch die ganz ansehnliche Altstadt Bergedorfs, die jedoch samt Schloss und Schlosspark schnell erkundet ist. Man ist hier zwar noch auf Hamburger Boden, fühlt sich jedoch schon wie in einem Provinzstädtchen. Von hier brach in dann mit dem Rad auf zu einer Schleife, zunächst nach Süden bis zur Elbe und dann durch die Marsch zurück an die S-Bahn-Linie. Die Marsch- und Vierlande sind seit Jahrhunderten das angestammte Gemüseanbaugebiet Hamburgs und man erkennt an den stolzen Reetdachbauernhäusern, dass die Landwirtschaft hier schon lange ertragreich ist. Man gelangt dann an die Elbe, die hier noch nicht ganz so geschäftig ist wie in Hamburg selbst. Schließlich fährt man durch die Marsch zurück in die Zivilisation. Frische Luft und körperliche Erschöpfung sind das beste, um Sonntag Abend zur Ruhe zu finden und erholt in die Woche zu starten. Sowas soltle ich öfter machen.

Hier die Fotos dazu.

Donnerstag, 19. August 2010

Dockville Festival 2010

In diesem Jahr beschränkte sich für mich die Festivalsaison auf nur ein Wochenende Mitte August, an dem hier in Hamburg das Dockville Festival stattfand. Das Dockville ist ein unheimlich sympathisches Festival. Beim Lineup wurde zwar wie üblich auf die ganz großen Nummern verzichtet, doch das Programm konnte sich auch in diesem Jahr sehen lassen. Traditionell wurden hauptsächlich Indie- und Elektrobands gebucht (und einige bekannte DJs für die Nacht, aus meiner Sicht ist das jedoch eher uninteressant), dazu gibt es ein paar etablierte alte Haudegen sowie wenige einer großen Masse bekannte Bands als Publikumsmagneten. Heuer waren dies Wir Sind Helden mit dem ersten Konzert nach der Baby- und Albumaufnahmepause sowie Jan Delay als obligatorischen Hamburger Act.

Das Dockville Festival bietet mehr als nur Musik. Das Gelände auf der Elbinsel Veddel ist einzigartig gelegen, es handelt sich um Brachland zwischen alten Industrie- und Hafengebäuden, das dem Festival eine unverwechselbare Kulisse bietet. Dazu sind die Organisatoren des Festivals um ein Kunstrahmenprogramm bemüht, bieten ein kostenloses Ferienprogramm für Wilhelmsburger Kinder und sorgen für sehr moderate Eintrittspreise, vor allem für diejenigen, die wie ich ihr Ticket schon Monate im Voraus kaufen. Nach einigen Problemen mit dem Bierverkauf und mangelndem Platz vor der Hauptbühne im letzten Jahr war die Organisation 2010 kaum zu toppen: Keine Warteschlangen, Trinkwasserstellen, viel Platz, trotzdem sehr kurze Wege von einer Bühne zur anderen. Außerdem sehr zuvorkommendes Sicherheitspersonal und viele sympathische Kleinigkeiten: weiterhin keine Werbebanner an den Bühnen, Ausgabe von Plastikbechern zum Umfüllen von Getränken am Eingang, großzügiges Verteilen von Mülltüten als Regenschutz beim Gewitter am letzten Abend.

Fast das schönste am Dockville Festival ist die Tatsache, dass man die Festivalstimmung genießen und dennoch jede Nacht nach Hause in sein eigenes Bett kann. Ein Vorteil, der Besucher zum mir nach Hamburg lockte, die mein Obdach gerne nutzten und die gleichzeitig eine gern gesehene Begleitung für das Festival waren. Wir verbrachten drei anstrengende, doch unvergessliche Tage zu wunderbarer Musik.

Berichte zu den drei Festivaltagen in musikalischer Hinsicht gibt es in kürze hier. Bis dahin kann sich schon an den Fotos erfreut werden.

Samstag, 31. Juli 2010

Entspannung pur – Urlaubsausklang am Pressegger See

Bei der Planung unseres Urlaubs wussten wir lange nicht, wo wir unsere Wanderung in den Alpen durchführen würden. Nur eines war klar: am Ende würden wir noch ein paar Tage entspannen. Nach unserer Entscheidung für den Karnischen Höhenweg suchten wir also nach einem See in der Nähe, um die Strapazen der vergangenen Tage sacken zu lassen und wieder Kräfte zu sammeln. So kam es, dass wir am Presseger See landeten. Dieser bot die besten Voraussetzungen für reine Erholung: er ist angeblich der wärmste Badesee Österreichs (als wir da waren betrug die Wassertemperatur 25-26°), ist eingebettet im idyllischen Gailachtal, relativ gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und zwar touristisch erschlossen, doch recht verschlafen. So verbrachten wir drei Tage mehr oder weniger damit, in der Sonne zu faulenzen und zu lesen, ab und an ins Wasser zu springen und Abends gemütlich Essen zu gehen. Es war ja genau die Zeit, als ganz Mitteleuropa unter der Hitze litt, daher konnten wir es nicht besser getroffen haben.

Wir bezüglich unserer Übernachtungsmöglichkeit einen Glücksgriff gemacht. Im Gästehaus Seewinkel der Familie Warmuth in Paßriach waren wir nicht nur zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis untergebracht. Unsere Gastgeber waren extrem nett und zuvorkommend und boten jede Art von kleinen Zusatzleistungen wie Fahrräder, Freikarten für das Strandbad und ähnliches.

Sein Ziel erfüllte der Pressegger See für also. Wenn man allerdings über die Erholung hinaus noch mehr machen will, sollte man hier nicht ohne Auto anreisen, da dann die Möglichkeiten für Unternehmungen doch etwas begrenzt sind. So konnten wir jedoch gut erholt den Weg zunächst zurück nach Salzburg, dann weiter nach Hause, antreten.

Bilder gibt's natürlich auch von hier, im Webalbum und als Download.

Freitag, 30. Juli 2010

Karnischer Höhenweg – Tag 5 und 6: Zollnerseehütte - Nassfeld

Nun hatten wir es also fast geschafft, die letzte Etappe stand an. Sie sollte uns von der Zollnerseehütte ins Nassfeld führen. Im Winter Kärntens größtes Skigebiet (oder Schigebiet, wie man in Österreich schreibt). Wir brachen wieder sehr früh auf, da wir widersprüchliche Angaben zur Gehzeit für die heutige Etappe vernommen hatten und unbedingt rechtzeitig im Nassfeld ankommen wollten, um mit der Gondelbahn hinab ins Tal zu fahren.

Auch diese letzte Etappe ist landschaftlich ein Traum. Sollte man den kompletten Karnischen Höhenweg in nur einem Tag zusammenfassen, so könnte man dies anhand der heutigen Etappe tun. Es geht los mit wunderschönen Aussichtspunkten auf die nördlich von uns gelegenen Alpenmassive. Wir durchqueren dann zunächst ein Hochmohr, wo uns, wie heute immer wieder, eine kleine Kuhherde begegnet. Es geht nun hinab in ein Tal, vorbei an mehreren Käsealmen, wo man auch übernachten könnte. Hier sind Hänge wieder sanfter, doch der Blick geht diesmal gen Süden, auf die Alpenmassive Italiens.

Nach einem nicht allzu schwierigen Aufstieg auf dem Käseweg erreichen wir wieder den Berggrat. Wieder folgt man dem Grenzverlauf zwischen Österreich und Italien. Man durchquert zunächst eine wunderschöne Blumenwiese, auf der zahlreiche Orchideen blühen. Dann umrunden wir auf deren Südseite zunächst Ringmauer und Hüttenkofel, dann den Trogkofel. Hier durchquert man ein Geröllfeld und blickt herab auf ein Tal, das aussieht, als würden hier die Elben aus dem Herrn der Ringe leben. Allerdings sind wir hier nicht mehr ganz so abgeschieden wie in den Tagen zuvor. Denn als wir den Trogkofel hinter uns lassen, blicken wir schon hinab auf das Nassfeld mit seinen zahlreichen Skiliften. Ein letzter, mit ein wenig Kletterei verbundener Aufstieg zum Madritschen ist noch zu bewältigen, dann haben wir unser Ziel erreicht. Insgesamt haben wir etwa 85 Kilometer und 6000 Höhenmeter Aufstieg hinter uns.

Mit gemischten Gefühlen sitzen wir in der hochmodernen Bergbahn, die uns 1300 Höhenmeter hinunter ins Tal bringt. Einerseits freuen wir uns auf die Erholung der nächsten Tage am Pressegger See, doch andererseits ist es schade, dass diese wunderbare Wanderung nun zu Ende ist. Zumal uns im Tal brühende Hitze erwartet und es gar nicht so einfach ist, mit öffentlichen Verkehrsmittel zu unserer Pension am nahen Pressegger See zu gelangen. Es braucht eine kleine Odyssee mit Bus, Bahn und Fußmarsch, bis wir schließlich unser Ziel erreichen.

Fotos: Webalbum und Download.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Karnischer Höhenweg – Tag 5 und 6: Wolayer See Hütte – Valentinalm – Zollnerseehütte

Mehr als die Hälfte der Wanderung war nun hinter uns. Deshalb hatten wir uns heute einen ruhigeren Tag verdient, zumal viele derjenigen, die den Karnischen Höhenweg gehen, an diesem Tag am Plöckenpass Schluss machen. Wir hatte nur einen recht kurzen Abschnitt bis zur Valentinalm zu überwinden. Zudem ging es nach einem kurzen Aufstieg durch große Schneefelder das Valentintörl hinab zur Valentinalm. Wir waren nun nur noch auf 1200 m Höhe, was man an der großen Hitze bemerkte. Ideale Bedingungen, um den ganzen Nachmittag zu entspannen und neue Kräfte für den nächsten Tag zu sammeln.

Am nächsten Morgen geht es dann wieder früh los, denn est stand wieder eine lange Strecke bevor. Wir merken die Ruhe vom Vortag, Beine und Schultern schmerzen nicht mehr. Dafür rinnt wieder der Schweiß. Es geht zunächst durch die Wälder bis zum Plöckenpass, es folgt dann noch ein kurzes Flachstück bis zu einem kleinen See, dann fängt der beschwerlichere Teil des Tages an: es geht wieder bergauf, und zwar sehr steil. Aber es lohnt sich. Dieser Abschnitt des Höhenweges unterscheidet sich landschaftlich deutlich von der Vortagen. Es ist nicht mehr ganz so schroff, wir kommen an verfallenen und noch bewirtschafteten Almen vorbei und durchschreiten blühende Wiesen. Es folgt ein angenehmer Abstieg zum Pramosioweg, der am Hang entlang eine Tal umrundet. Wir gehen zwischen hohen Gräsern und Büschen. Am Boden sieht man die eine oder andere Schlange. Den letzten kurzen Aufstieg des Tages gehen wir so schnell wir können, als es flach wird rennen wir gar, denn ein Gewitter naht. Gerade rechtzeitig vor dem Regen erreichen wir die Zollnerseehütte.

Zwei Wienerinnen, die etwas später dran waren als wir, hatten weniger Glück. Sie verkrochen sich unter ihrem Biwaksack, warteten ab, bis das Gewitter vorbei war und kamen erst Stunden nach uns, erschöpft und durchnässt, in der Hütte an. Die Zollnerseehütte war die kleinste Hütte der Wanderung, doch auch aufgrund der sehr familiären Atmosphäre und der sympathischen Wirtsfamilie die netteste Bleibe, die wir unterwegs hatten.

Fotos Tag 5: Webalbum und Download
Fotos Tag 6: Webalbum und Download

Hinweis zu den Fotos: Es lohnt sich, noch einmal einen Blick in die Alben der letzen Tage zu werfen. Ich habe noch einige Bilder von Anne hinzugefügt.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Karnischer Höhenweg – Tag 3 und 4: Neue Porzehütte – Hochweißsteinhaus – Wolayer See Hütte

Am dritten Tag steht bereits die Königsetappe des Karnischen Höhenwegs an. Es handelt sich nicht nur um den längsten Streckenabschnitt (Gehzeit 8 Stunden, ca. 16 Kilometer). Die Etappe ist auch von der Aussicht und dem Gelände die schönste, da man den ganzen Tag fast ausschließlich auf dem Berggrat wandert. Anfangs, nach dem Aufstieg von der Neuen Porzehütte, laufen wir im Nebel, der sich aber glücklicherweise nach kurzer Zeit zunehmend lichtet. Danach hält die Etappe, was sie verspricht. Traumhaftes Wetter, traumhafte Ausblicke auf die umliegenden Gipfel. Nur das letzte Stück macht weniger Spaß. Zunächst geht es endlos bergab zur Ingridalm, eine echte Qual, und dann wieder ein Stückchen hinauf zum Tagesziel, das Hochweißsteinhaus.

Am nächsten Tag verlassen wir erstmals den Hauptkamm. Der Weg führt auf italienischer Seite hinab in ein Tal, es geht zunächst steil, dann sanfter bergab. Eine ganz neue Perspektive, die Bergkämme mal wieder von weiter unten zu sehen. Dafür brennt die Sonne heute besonders stark, gerade auf niedrigerer Höhe macht sich die Hitze bemerkbar, der Schweiß strömt. Gut, dass wir uns ordentlich mit Wasser versorgt haben, zumal es wieder bergauf geht, über blühende Bergwiesen zum Giramondopass. Zurück in Österreich wiederholt sich das Bild des Vortages: ein langer (aber deutlich angenehmerer) Abstieg, gefolgt von einem letzten, ziemlich steilen Aufstieg zur Wolayer See Hütte. Diese ist wohl die idyllischste gelegene Hütte der ganzen Wanderung und ein Sprung in den See lässt Hitze und Schweiß vergessen. Allerdings halte ich es im Wasser nicht lange aus, zu kalt! Aber wie wohltuend!

Fotos Tag 3: Webalbum und Download. Tag 4: Webalbum und Download.