Donnerstag, 30. Oktober 2008
Die "Sch'tis" kommen nach Deutschland
Mittwoch, 29. Oktober 2008
Dienstag Nacht auf'm Kiez
Glücklicherweise waren die verbliebenen Damen und Herren, mit denen wir unterwegs waren, ähnlicher Meinung (zumindest hatte ich diesen Eindruck), sodass wir unsere Kieztour feuchtfröhlich fortsetzten und noch ein weiteres No-Go mitnahmen: die Karaoke-Bar Thai-Oase ein Stückchen weiter auf der Großen Freiheit. Gut, dass mein Alkohol-Pegel da meine Schmerzgrenze schon weit nach oben gedrückt hatte, sodass dies auch überstanden wurde. Weitere Biere und ein weiteren Kneipenbesuch später schaffte ich es irgendwie dann doch nach Hause zu radeln, um mir vor dem Meeting am Folgetag zwei Stunden Schlaf zu gönnen. Wie ich Folgetag fand, erübrigt sich glaube ich zu erwähnen.
Sonntag, 26. Oktober 2008
Da könnte ich auch hinziehen...
In der Reihe "Viertel, wo es sich in Hamburg gut wohnen ließe", stelle ich nun Ottensen vor. Sicherlich kein Geheimtipp, aber ich bin davon hellauf begeistert. Ehemals das Industrie- und Arbeiterviertel Altonas, ist es charakterisiert durch eine Mischung von Jugendstilaltbauten, zweigeschössigen, etwas kleinstädtischer wirkenden Häuschen sowie sozialem Wohnungsbau mit Klinkerfassaden. Seit der Deindustrialisierung der 60er und 70er Jahre und der damit einhergehenden Schließung der Fischkonserven-, Schiffs- und Maschinenbaufabriken hat sich Ottensen nach einem kurzen Niedergang zu einem Hort des Städtisch-Intellektuell-Alternativen Milieus gemausert. Die Gentrifizierung hat jedoch nur manche Straßenzüge erfasst, sodass noch keine Prenzlauer-Berg-Heile-Welt entstanden ist. Zudem gibt es hier mehrere gelungene Beispiele für postindustrielle Weiternutzung von alten Fabrikgebäuden. Zum einen die "Fabrik", wo ein gemeinnütziger Nachbarschaftsverein die Rettung des Gebäudes betrieb und sich heute eine wunderbare Konzertlocation wiederfinden. Zum anderen die Zeisehallen, die stilvoll in ein Einkaufszentrum für wohlhabende Grünen-Wähler umgestaltet wurden. Ich habe aber auch einen türkischen Metzger entdeckt, der es preislich mit seinen Neuköllner Kollegen aufnehmen kann (ich habe natürlich sofort zugeschlagen). Zur Elbe hat man es auch nicht weit, ebensowenig zu den Kommerztempeln um den altonaer Hauptbahnhof.Allerdings plane ich gerade in keister Weise, mir eine neue Bleibe zu suchen... Aber man kann ja nie zu früh überlegen, wo es einem so gefallen könnte. Hier ein paar Fotos
Samstag, 25. Oktober 2008
Calexico
Als ich mich in der Fabrik ankam, war die Halle schon ziemlich voll. Kein Wunder, das heutig Konzert von Calexico war ja auch ausverkauft. Das Publikum war nicht das, was ich üblicherweise an Konzerten antreffe: wenig Jungspunde, dafür deutlich mehr graumelierte Haarschopfe. Das ist jedoch, wenn man darüber nachdenkt, nicht überraschend. Denn erstens war der Eintritt nicht gerade billig. Zweitens ist der mexikanisch beeinflusste Südstaatenfolk von Calexico nicht unbedingt die Musik, die in der Indiedisco läuft. Und drittens gehört die Band zu den Lieblinge der Feuilletons der meinungsbildenden Blätter der Intellektuellen. Zunächst mussten diese allerdings die Vorband erdulden, Bodies of Water. Erdulden ist das falsche Wort, denn ich fand sie ziemlich gut. Bodies of Water waren zum ersten Mal in Europa auf Tour und davon ganz begeistert. Lustigerweise wirkten sie in ihrem Auftreten sehr amerikanisch, voller Enthusiasmus und jeden Satz mit „you guys“ beginnend. Dabei wurde einem der lange nicht mehr gesehene Anblick einer bodytragenden jungen Frau gegönnt. Es hat durchaus seine Gründe, weshalb das out ist, ebenso wie Topffrisuren. Die Musik ist aber durchaus hörenswert, ich würde es als Neo-Flowerpower bezeichnen, es sind einige ganz nette Elemente dabei wie sich steigernde Kanongesänge.
Die Helden des Abends waren aber selbstverständlich Calexico. Das Set begann in kleiner Besetzung mit zwei ruhigen Stücken, bevor dann die ganze Band (sechs Männer ca. Mitte 30) die Bühne betritt. Das Auftreten erinnert mehr an eine Jazzband denn eine Rockband, denn das Zusammenspiel ist perfekt auf den Punkt gebracht, es gibt Soli mit Szenenapplaus, Instrumentalstücke und gegenseitige Anerkennung der Musiker für ihre Virtuosität. Zudem sind alle bester Laune, erklären den Abend kurzerhand zur „crew dedication night“ und widmen folglich jeden Song einem ihrer Crewmitglieder (von denen es erstaunlich viele zu geben scheint). Das knapp zweistündige Set führt die Zuschauer quer durch das Werk der Band, viele Stücke werden in deutlich anderen Arrangements vorgetragen, als von den Alben bekannt. Zwei Trompeten, Vibraphon, Pedal Steel, Kontrabass und zahlreiche Gitarrenvarianten kommen zum Einsatz, die musikalisch Bandbreite richt vom Rocker über twangenden Folk zum Latinokracher. Das alles passte sehr gut in die Fabrik, die vom Fassungsvermögen sicherlich verglichbar ist mit dem Kesselhas de Kulturbrauerei, jedoch viel kleiner wirkt. Ein Konzerthighlight in diesem Jahr, ohne Zweifel.
Dienstag, 21. Oktober 2008
Sankt Georg
Leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei, das Viertel ist aber ohnehin nicht unbedingt fotogen sondern lebt vielmehr von der Atmosphäre.
Sonntag, 19. Oktober 2008
Infadels
Ich war übrigens gestern schon wieder im Molotow, diesmal zur „Bloc Party Album release party“ (ja, so weit ist es mit deren Popularität schon gekommen), mit dem Ziel, mal wieder eine schöne Indie-Party zu besuchen. Davon abgesehen, dass das Publikum da extrem jung ist, lohnt sich das durchaus. Dazu beigetragen hat mit einem stürmischen auftritt auch die belgische Band The Van Jets (die durchaus eine gewisse ähnlichkeit mit ihren fast Namensvettern von Jet haben).