Mittwoch, 30. Dezember 2009

Alben des Jahres 2009

  1. Maxïmo Park - Our Earthy Pleasures
  2. Mumford and Sons - Sigh No More
  3. Noah and the Whale - The First Days Of Spring
  4. Scott Matthew - There is an Ocean That Divides
  5. The View - Which Bitch?
  6. Bishop Allen - Grrr
  7. The Airboren Toxic Event - The Airborne Toxic Event
  8. Jamie T - Kings & Queens
  9. Dear Reader - Replace Why with Funny
  10. White Lies - To Lose My Life

Freitag, 18. Dezember 2009

Winter, Weihnacht, Schnee

Pünktlich zur Vorweihnachtszeit ist endlich der Winter eingebrochen, mit ordentlich Schneefall und Kälte. Kein üblicher Schneematsch, wie sonst in der Stadt. Der Boden war richtig kalt, deswegen ist es sofort schön liegen geblieben. Dazu passend ein paar Glühweine auf dem Weihnachtsmarkt. Das alles passt zu meiner weihnachtlichen Stimmung, wie ich sie seit Jahren nicht mehr hatte. Hamburg zu Weihnachten: kitschig, aber schön, wie die Fotos bezeugen.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Auf dem Weg zum Konzert

Das spannende am Hamburger Kiez sind nicht die Laufhäuser, Sexshops, Live-Sex-Clubs oder Moonboots-Damen, das finden nur ekelige Typen und Touristen interessant. Viel interessanter ist, dass sich dort auch fast das komplette Nachtleben Hamburgs abspielt, deren Charme eine einzigartige Mischung ist: hier steht die ranzige Eckkneipe neben der In-Lounge, die Prollo-Großraumdisco neben dem Indieschuppen und der aktuelle In-Club gegenüber dem Muscialtheater. Entsprechend mischt sich hier auf der Straße auf einzigartige Weise das Publikum wie sonst selten anderswo, bevor sich dann in den Lokalitäten die Wege dann doch trennen.

Natürlich befindet sich auch der Großteil der Hamburger Konzertbühnen in Kiezumgebung, sodass ich mich oft zu verhältnismäßig früher Stunde und/oder an Wochentagen in diese Nachbarschaft begebe. Dann ist dort nicht ganz so viel los und die Touristen, Türsteher der Sexlokalitäten und Moonbootsdamen sind noch größtenteils unter sich. Dafür ist jedes Mal der Weg mit dem Fahrrad von mir zu Hause bis zur Reeperbahn eine wahre Wohltat. Man durchfährt dabei die ruhigen Wohnstraßen des Schanzenviertels und Sankt Paulis mit Namen wie Langenfelder Straße, Eimbüttler Straße, Lippmannstraße, Bernstorffstraße, Glibertstraße, Wohlwillstraße, usw. Wäre ich nicht zu geizig und faul, mir eine neue Wohnung zu suchen, hier würde ich hinziehen. Hier gibt es schöne Altbausubstanz und man ist nicht mitten im Schanzen- oder Kiezlärm. So begnüge ich mich damit, auf dem Weg zum Konzert die Kopfsteinpflaster entlangzufahren, zu schauen und zu träumen.

Wie die Konzerte der Woche waren, steht hier.

Sonntag, 29. November 2009

Schlechtes Essen

Man kennt das: Jeder, der in seiner Firma eine Kantine hat, jammert über das schlechte Essen, das es dort gibt. Doch auch wenn man am Arbeitsplatz keine solche Einrichtung hat, ist der Speiseplan nicht unbedingt gut. Ich habe zwar das Glück, dass sich meine Firma im gerade immer angesagter werdenden Winterhude befindet, sodass die Lokale hier mit allen möglichen Mittagstischangeboten um die arbeitende Bevölkerung wetteifern. Doch das heißt nicht unbedingt, dass man immer Qualität bekommt, zumal man ja auch keine Unsummen für sein tägliches Mittagessen ausgeben möchte. Irgendwann hat man zudem genug von Pasta, Asia, Schnipo, Döner und belegten Brötchen. Die vermeintliche Lösung ist natürlich, sich was mitzubringen, doch das hieße auch, sich abends in die Küche zu stellen (an sich nicht unbedingt ein Problem) und auch noch nicht alles aufzuessen, was man gekocht hat (schon eher problematisch).

Ich komme aus einem Haushalt, wo man Wert auf eine ausgeglichene Ernährung legt. Seit ich dort ausgezogen bin, habe ich diesen Anspruch aufrechterhalten, sodass ich beispielsweise auch im Studium nicht zu den Studenten gehörte, die täglich in die Mensa gingen. Wenn es sich einrichten ließ, aß ich lieber selbst zubereitetes, das schmeckt immer besser. Zum zweiten Mal in meinem Leben (das erste Mal war der verpflichtende Meal-Plan in meinem kanadischen Studentenwohnheim) ärgere ich mich derzeit über schlechte Ernährung. Zwar gebe ich mir Mühe, am Wochenende gut zu kochen und zu essen, doch das gleicht bei weitem nicht die Frustration aus, die sich derzeit über meine Ernährungsweise unter der Woche breitmacht. Dabei geht es mir nicht mal um die Gesundheit – es schmeckt einfach nicht. Nun, da muss man wohl durch. Vielleicht klappt es doch irgendwann mit dem Hausmannsdasein, dann hätte ich auch wieder Zeit für gute Küche.

Montag, 16. November 2009

Kurztrip in die Berge

Manchmal habe ich Glück und ein Kundentermin in einer Stadt, wo ich Freunde habe, fällt auf einen Freitag. Das ermöglicht dann eine von der Firma bezahlte Wochenendreise. So geschehen letztes Wochenende in München.

Diesmal spielte das Wetter mit und wir konnten eine wunderschöne Wanderung unternehmen, vom Tegernsee zum Schliersee, mit einigen schönen Ausblicken zwischendurch und dem obligatorischen Halt zum Kuchen im Wirtshaus. Auch wenn München noch immer keine Stadt ist, in der ich wohnen möchte muss ich doch anerkennen, dass die bayrische Hauptstadt durchaus ihre Vorzüge hat!

Hier einige Bilder.

Sonntag, 8. November 2009

Mal wieder ein wenig politische Klugscheißerei

Die Bundestagswahl ist nun 6 Wochen her. Inzwischen kennt man den Koalitionsvertrag und die Regierungsmannschaft. Auch die Opposition hat sich aufgestellt, in wenigen Tagen wird die neue SPD-Troika auch offiziell bestimmt sein. Es ist also mehr als Zeit für mich, auch meinen eigenen unqualifizierten Senf zur neuen Lage zu geben.

Programmatisch hat die neue Regierung nicht überrascht: weitere schleichende Übertragung der Finanzierung des Sozialstaats von den Arbeitgebern zu den Arbeitnehmern, Ziel der Steuersenkung, unbeschränkte Laufzeiten für Atomkraftwerke. Letzteres wird vermutlich sehr schnell geschehen, da dies eine der wenigen Maßnahmen ist, die relativ unkompliziert umgesetzt werden kann. Beim Rest wird wohl abgewartet werden müssen, was durchgesetzt werden kann, insbesondere bezüglich einer möglichen Steuerreform. Die ersten Zwischentöne aus den Ländern zeigen schon, dass es trotz Bundesratsmehrheit schwierig wird. Sollte es im Mai keine Schwarz-Gelbe Mehrheit in NRW mehr geben, wird es noch komplizierter. Deshalb wird sich die Regierung bis dahin sicherlich auch mit unpopulären Maßnahmen zurückhalten.

In der Regierungsmannschaft gab es zwar ein paar Überraschungen bezüglich der Postenvergabe im Einzelnen, doch insgesamt sieht man nur vertraute Gesichter. Schlussendlich wurde das komplette Spitzenpersonal der drei Regierungsparteien mit Ministerien versorgt. Eine positive Überraschung war für mich die Besetzung des Finanzministeriums mit Wolfgang Schäuble. Zum einen ist er damit als Law-and-Order-Mann im Innenministerium aus dem Weg geräumt, zum anderen ist Schäuble meiner Meinung nach als Finanzminister ein Glücksgriff. Ich hatte von Anfang an geglaubt, dass die Union dieses gerade in Zeiten finanzieller Engpässe wichtigste Ministerium der Bundesregierung nicht wieder aus der Hand geben würde. Deshalb hätte mich, wie viel spekuliert wurde, die Ernennung eines FDP-Finanzministers Solms auch sehr überrascht. Mit Wolfgang Schäuble übernimmt jedoch ein Mann das Ministerium, der sich am Ende seiner politischen Karriere befindet, der keinem etwas schuldig ist und der ein ziemlicher Sturkopf ist. Deshalb wird er sich auch (hoffentlich) nicht leichtfertig auf eine Steuerreform einlassen, die nicht solide gegenfinanziert ist. Auch wenn dies bedeuten könnte, den Liberalen in seiner Partei und beim Koalitionspartner zu verärgern.

Bei der SPD war ich nach dem Schock des miserablen Wahlergebnisses zunächst sehr unglücklich mit der schnellen Festlegung auf Sigmar Gabriel als neuen Parteivorsitzenden. Ich hätte zwar auch keine Alternative vorschlagen können (Nahles für die nicht-Linken nicht akzeptabel, Wowereit wollte nicht, und das war’s dann schon mit möglichen Kandidaten). Doch ist Sigmar Gabriel wirklich der richtige, um die notwendige programmatische Erneuerung der Partei voranzutreiben und dabei gleichzeitig die Parteiflügel untereinander zu befrieden?

Inzwischen finde ich, dass der designierte Parteivorsitzende einen ganz guten Start hingelegt hat. Seine Zuhörtour durch die SPD-Bezirke ist noch im Gange, doch es scheint, als meine er es Ernst mit der Befriedung der Partei und einer ernsthaften Ursachenforschung für den Niedergang der deutschen Sozialdemokratie. Die schwersten Aufgaben, nämlich anstehende programmatische Debatten, kommen noch. Sigmar Gabriel ist bisher nicht als der große Ideologe aufgefallen. Muss er auch nicht unbedingt sein, doch um den Niedergang zu stoppen muss die SPD über ihr Programm nachdenken, denn viele wissen nicht mehr, wofür die SPD steht.

Meiner Meinung nach geht es jetzt um folgendes:

  • Innere Befriedung der Partei: Solange die Parteiflügel übereinander herfallen können keine nüchternen Programmdebatten geführt werden.
  • Klare Positionierung bezüglich einiger Kernfragen: Wie mit der Linkspartei umgehen? Welche Konsequenzen sind aus der Krise des Kapitalismus zu ziehen? Was bedeutet Sozialdemokratie im Jahr 2009?
  • Rückgewinnung der Stammwähler, ggf. durch eine etwas linkere Positionierung. DSolange man nur auf die Mitte schielt wählen Linke für die Linkspartei oder bleiben zu Hause. Wenn man sich wieder als Sammelbewegung für die deutsche Linke etabliert hat, kann man sich möglicherweise wieder zur Mitte öffnen, um Mehrheiten zu gewinnen. Dafür können aber auch Koalitionspartner sorgen.
  • Ein neues Programm: Die SPD hat ein Selbstverständnis als Programmpartei. Sie hat sich war nach langjähriger Debatte erst 2007 ein neues Parteiprogramm gegeben (das „Hamburger Programm“), doch dies müsste weiterentwickelt werden.
Leider lässt das politische System Deutschlands den Parteien keine Zeit, sich einmal längere Zeit mit sich selbst zu beschäftigen. Aufgrund von unterschiedlichen Wahlzyklen in den Bundesländern wird immer irgendwo gewählt und keine Partei kann sich erlauben, solche Wahlen zu ignorieren, da die Länder über den Bundesrat an der Bundesgesetzgebung mitwirken. Diese andauernde „Zustand fieberhafter Erregung“ (ein Lieblingsausdruck von Prof. Manfred G. Schmidt von der Uni Heidelberg) führt zum Dauerwahlkampf in Deutschland. Ja, die nächste Wahl ist bereits in einem halben Jahr und es ist keine geringe: Am Ausgang der Landtagswahl in Nordrhein-Westfahlen im Mai, einst die sozialdemokratische Hochburg schlechthin, wird Sigmar Gabriel erstmals gemessen werden.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Die Freuden des Yuppiedaseins

Als junger Arbeitnehmer wird man durch seinen Alltag mit Lebenssituationen konfrontiert, die man noch wenige Jahre vorher im Studium als spießige Piefigkeit herablassend verabscheut hat: der durch die Arbeit bestimmte Lebensrhythmus, das ständige Warten auf das nächste Wochenende, das gejammere über zu schnell vergehende Wochenenden und Urlaube, die längerfristigere Planung zahlreicher Freizeitaktivitäten oder auch die Verschwendung von allzu vielen Gedanken für berufliche Belange. Wenn ich darüber nachdenke finde ich das immer noch furchtbar: fehlt nur noch die Ü-30-Party, dann ist man vollends in der Zielgruppe der öffentlich-rechtlichen Popwellen aufgegangen. Und das schlimmste ist – das Leben spült einen fast zwangläufig in diese Richtung. Man muss schon aufpassen, dass nicht alle Dämme in den anonymen Mainstream brechen.

Nun, gerade als ungebundener Single hat man glücklicherweise noch viele Ablenkungsmöglichkeiten, die man sich als mittelprächtig verdienender Angestellter leisten kann, um dagegen anzukommen: die Flucht in den Konsum, kulturelle Aktivitäten, Wochenendreisen und wenn man Glück hat auch mal eine interessante Geschäftsreise. Exemplarisch und in verdichteter Form konnte ich dies in den vergangenen Tagen auskosten. Beginnen wir mit dem vorvergangenen Wochenende, verbracht in München mit guten alten Freunden, hauptsächlich mit Gesprächen und Feiern. Und dem Verlassen der Stadt mit gesteigertem Selbstwertgefühl und der Feststellung, dass man von anderen Menschen durchaus noch attraktiv gefunden wird. Klassischerweise vergeht die folgende Woche während man sie lebt zu langsam, man versucht sich dabei vom Wochenende zu erholen, seine Vorsätze bezüglich der wöchentlichen 3 Fitnessstudiogänge zu erfüllen und möglichst alles was sein muss bei der Arbeit zu erledigen, damit man Abends keine Gedanken an das unerledigte verschwenden muss und wundert sich im Rückblick, dass die Zeit doch erschreckend schnell vergangen ist.

Das folgende Wochenende geht’s nach viel zu langer Zeit mal wieder gen Süden zu den Eltern mit dem üblichen Programm: Verwöhnen lassen, gut essen, viel schlafen. Gleichzeitig werden ländlichen Hausbesitzeraktivitäten erledigt: Holz für den Winter reinholen, den Grünabschnitt wegbringen und den vor Monaten angesetzten Cassislikör sowie den Nusswein-Aperitif filtern und abfüllen. 10 Flaschen Nusswein warten nun auf mich, mal sehen wie ich ein paar davon nach Hamburg bringe. Aber das Zeug wird ja mit der vergehenden Zeit nur besser!

Die ganze Erholung des Wochenendes ist schon am Montag dahin, denn der Easyjetflug hebt am Montagmorgen bereits um 6:50 Uhr von Basel ab. Das heißt Aufstehen um fünf. Diese Woche bleibt keine Zeit zum erholen, da am Dienstag die Dienstreise nach Paris ansteht – man nutzt das aus, um dort wiederum Freunde zu treffen, schleppt sich durch den Termin am Folgetag und denkt im Flieger nach Hause nur noch an sein Bett. Doch das geht nicht, denn abends wartet noch dazu Konzert. Dazu mehr in Kürze an anderer Stelle.

Nun, ich will nicht klingen wie der letzte Jammerlappen, schlussendlich ist das durchaus ein Leben, das sich in der Summe lohnt. Doch der Gedanke, dass das noch fast vierzig Jahre so weitergeht bis zur Rente, macht doch ein bisschen Angst. Wie schön wäre doch ein Dasein als Müßiggänger. Am Wochenende muss ich mich jedenfalls erstmal von der Woche erholen. Ist ja schon Morgen.