Donnerstag, 26. Februar 2009
Grau und trüb...
Sonntag, 8. Februar 2009
Fahrradfahren
Ich lasse mich übrigens auch nicht vom Winter davon abhalten, das Fahrrad als Transportmittel meiner Wahl zu nutzen, zumindest wenn das Wetter es halbwegs zulässt. Ich würde mich bei weitem nicht als Hardcore Fahrradfahrer bezeichnen, doch es ist einfach die beste Möglichkeit, bei mittleren Strecken in der Stadt von A nach B zu kommen. Am besten lässt sich das durch meinen Weg zur Arbeit veranschaulichen: Erstens ist man im Vergleich zu den öffentlichen Verkehrsmitteln am schnellsten. Mit Bus und U-Bahn brauche ich 35 Minuten, mit dem Rad gut 20. Zweitens spare ich viel Geld, denn die HVV ist nicht günstig: Hin- und Rückfahrt im Großbereich kosten zusammen € 5,40, eine Wochenkarte € 23,30 und die Monatskarte gar € 88,-. Davon kann ich, wenn ich früh genug buche, locker mit Easyjet nach Basel fliegen und wieder zurück. Immerhin kann man kostenlos sien Fahrrad mitnehmen. Und drittens bekomme ich jeden Tag meine Dosis Bewegung und Frischluft, beides von unschätzbarem Wert, wenn man seine Tage damit verbringt, auf den PC-Monitor zu glotzen.
Allerdings hat es mein Fahrrad in letzter Zeit nicht gut mit mir gemeint. Im neuen Jahr habe ich schon mehr als ein halbes Dutzend Mal meine Reifen geflickt (die Hamburger Scherbenbeseitigung auf der Straße funktioniert nur mangelhaft – und durch Schanze und Kiez sollte man lieber nur mit extradicken reifen radeln), bin gestürzt, was einen dicken Achter in meinem Hinterrad verursachte und den Austausch des Laufrads nötig machte, und schließlich machen sich langsam jede Menge Abnutzungserscheinungen bemerkbar. Langsam entwickle ich mich zum Hobbymechaniker. Doch ich brauche nur einen Tag mit der HVV unterwegs zu sein, um schnell wieder aufs Rad umzusteigen. Und die warmen Sommertage rücken auch schon näher.
Sonntag, 1. Februar 2009
Die Krise
Die zweite Krise hieß vor einem Jahr noch Subprime-Krise, dann wurde sie zur Kredit-, Finanz- und nun zur Wirtschaftskrise, gar der schlimmsten seit dem Beginn der 30er Jahre. Man ist dabei hin und her gerissen zwischen dem Verfall in Panik und Zuversicht, zwischen Verständnislosigkeit ob der vielen Milliarden und Billionenpakete (1 Billion = 1.000.000.000.000) und dem Versuch zu Glauben, dass das alles Sinn macht. Wird die deutsche Wirtschaft tatsächlich wie befürchtet um 2,5% schrumpfen und was wird das bedeuten, angesichts der Tatsache, dass in den vergangenen Jahren selbst ein Wachstum von 0,5% zu weiteren Arbeitslosen führte? Kann man den wöchentlich in der Zeit verbreiteten Horrorszenarien eines Auseinanderbrechens der Euro-Gemeinschaft oder von Staatspleiten Glauben schenken, oder wird doch alles irgendwie gut gehen? Es gibt schon Grund zur Sorge, wenn man sieht, dass die von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpakete teilweise mehr mit Lobbyinteressen (für die Automobilindustrie) und parteipolitischen Kompromissen zu tun haben als mit der Frage nach den wirksamsten Mitteln zu Stärkung der Wirtschaft. Aber so funktioniert nun mal die deutsche Konkordanzdemokratie.
Ich selbst bin schon immer ein Mensch mit unerschütterlich optimistischem Blick auf das Leben und bin von dem festen Glauben beseelt, dass das Erfolgsgeheimnis der Menschheit darin besteht, jede noch so große Herausforderung schlussendlich zu meistern. Haben wir nicht in den vergangenen Jahrzehnten das Waldsterben besiegt (es gibt in Deutschland so viel Wald wie seit Jahrhunderten nicht mehr), die Luftqualität unserer Innenstädte wieder verbessert (Smog gibt es hier nicht mehr) und trotz aller Schwierigkeiten beständig unseren Wohlstand gemehrt? Schon seit Jahren sagt man uns, dass die Erdölvorräte fast zu Ende sind und man bald nicht mehr in die Sonne kann, ohne sich zu verbrennen. Doch ich glaube, beides werde ich nicht mehr erleben. Denn alles wird immer effizienter und besser oder die Probleme werden bekämpft.
Auch wenn sich in den vergangenen Jahren die Kluft zwischen Arm und Reich etwas vergrößert haben mag, so gut wie jetzt ging es den Menschen – zumindest in der entwickelten Welt – in der Weltgeschichte noch nie. So mögen uns vielleicht wirtschaftlich schwierige Monate bevorstehen, man liest doch nirgendwo, dass unser Lebensstandard ernsthaft in Gefahr sein könnte. Wie immer, wenn es in der Menschheitsgeschichte Krisen gab, wird diese gemeistert werden. Man wird sich an die veränderten Gegebenheiten anpassen und das Wachstum wird wieder seinen Lauf nehmen. Haben wir in den vergangenen Jahren nicht auch mehr von den durch die Globalisierung der Wirtschaft veränderten Bedingungen profitiert als gelitten? Die Antwort ist eindeutig ja – sonst könnte sich wohl nicht jeder Mittelschichtsbürger einen PC mit großem Flachbildschirm auf den heimischen Schreibtisch stellen! Wer übrigens Samstags in die Einkaufsmeilen der Innestädte geht kann ohnehin nicht an eine Krise glauben... Und seien wir ehrlich – ein Rückgang der Wirtschaftsleistung von 2,5% wirft uns zurück auf das Niveau von vor 2 Jahren. Ging es uns damals so schlecht?
Mittwoch, 21. Januar 2009
Der Retter
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Wie zuvor im Wahlkampf und in der Transition macht der Mann, auf den vor einem Jahr noch keiner auch nur einen Cent gewettet hätte also weiterhin alles richtig. Heute ging es dann voller Tatendrang mit dem Regieren los. In Artikeln, die mit „Kaum im Amt…“ beginnen, kann man die ersten Großtaten des neuen Präsidenten nachlesen. Ich bin mal gespannt, wie lange die Euphorie, von der ich mich bereitwillig mitreißen lasse, noch anhält. Obama mag zwar ein möglicher Jahrhundertpolitiker sein, dem unter den europäischen Regierenden in Sachen Charisma und Begeisterungsfähigkeit keiner das Wasser reichen kann, doch im Alleingang wird er sicherlich nicht alle Probleme Amerikas und der Welt lösen. Hoffen wir, dass auf die Rieseneuphorie nicht die Riesenenttäuschung folgt. Wenn Barack Obama auch die ersten enttäuschten Erwartungen meistern kann – die sowohl in der Innen- wie auch der Außenpolitik kommen werden – ist er tatsächlich ein sehr großer. Ich hoffe es.
Natürlich hatte Ségolène Royal alle Ideen schon vor Obama gehabt. Er hatte sich nur von ihr inspiriert und das an die USA angepasst. Das ist der letzte größenwahnsinnige und realitätsfremde Gedankengang der gescheiterten französischen Präsidentschaftskandidatin von 2007. Die sollte besser mal die Klappe halten und zuschauen, wie man es richtig macht.
Samstag, 17. Januar 2009
2009 – das Superwahljahr
Morgen ist Hessenwahl, nach einem Jahr Chaos und Blamage für die hessische SPD voraussichtlich ein historischer Tiefpunkt in der Wählergunst und für Roland Koch die unverhoffte Rückkehr an die Macht. Das wird wohl ein sehr unspannender Wahlabend. Interessant wird nur sein, ob die Linke wieder den Einzug in den Landtag schafft und wie tief die SPD fällt. Vieles wird wohl von der Wahlbeteiligung abhängen.
Die Hessenwahl ist jedoch nur der Auftakt zu einem wahrhaftigen Wahlmarathon, der Deutschland in diesem Jahr bevorsteht. Wie ein Professor am Institut für politische Wissenschaft der Uni Heidelberg in seinen Vorlesung gerne zu sagen pflegt, befindet sich die Bundesrepublik aufgrund differierender Termine von 16 Landtagswahlen, ebenso vielen Kommunalwahlen, der Bundestagswahl und der Europawahl ohnehin im Dauerwahlkampf und damit in einem „permanenten Zustand fieberhafter Erregung“. Da die Landesregierungen über den Bundestag auch im Bund mitregieren, haben insbesondere die Landtagswahlen durchaus auch eine Auswirkung auf die Politik auf Bundesebene.
Diese Situation ist im Jahr 2009 umso zutreffender, denn uns stehen so viele Wahlen bevor wie zuletzt 1994, dem letzten so genannten Superwahljahr. Im Einzelnen sieht der Wahlkalender in diesem Jahr so aus: Es geht wie bereits erwähnt morgen los mit der Hessenwahl. Am 7. Juni steht dann ein „Superwahltag“ bevor, denn es finden Kommunalwahlen in acht Bundesländern (in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) sowie die Europawahl statt. Am 30. August geht es dann mit drei Landtagswahlen weiter, im Saarland, in Sachsen und in Thüringen. Das Wahljahr kulminiert dann am 27. September mit der Bundestagswahl. Gleichzeitig findet auch die Landtagswahl in Brandenburg statt.
Die Europawahl wird wohl leider wieder nicht viel mit Europa zu tun haben und als Stimmungstest für die Bundestagswahl gewertet werden. Hier herrscht in einem Punkt Spannung: Wird die CSU nach ihrem (für ihre Verhältnisse) katastrophalen Wahlergebnis bei der bayerischen Landtagswahl den Sprung über die 5%-Hürde und somit ins Europaparlament schaffen. Gelingt ihr das nicht wäre das eine weitere herbe Niederlage.
Interessant werden die drei Landtagswahlen vom 30. August. Erstens sind sie sehr kurz vor der Bundestagswahl. Zweitens könnte theoretisch in zwei Bundesländern (das Saarland mit Oskar Lafontaine als Spitzenkandidat und Thüringen) die Linke mit der SPD als Juniorpartner den Ministerpräsidenten stellen. Ob sich letzere darauf einlässt, wage ich zu bezweifeln – vermutlich enden alle drei Wahlen mit einer großen Koalition. In Brandenburg wird sich am 27. September wohl nicht viel tun – vieles deutet allerdings darauf hin, dass die SPD statt mit der CDU mit der Linken dort weiterregiert. Was die Bundestagswahl angeht befürchte ich, dass sich an den aktuellen Kräfteverhältnissen nicht viel ändern wird – also weder eine Mehrheit für Rot-Grün, noch für Schwarz-Gelb, wobei die Linke im Bund weiterhin nicht koalitionsfähig ist. Ob eine große Koalition weitermacht oder eine Dreierkonstellation (Ampel oder Jamaika) wird sich zeigen. Ohnehin sind die neun Monte bis dahin sehr lang, es kann sich noch viel tun.
Eine Wahl hab ich noch vergessen - eine indirekte - die Wahl des Bundespräsidenten am 23.05. Es wäre allerdings eine wirklich fausdicke Überraschung, wenn nicht Horst Köhler die Wahl gewinnen würde.
Dienstag, 13. Januar 2009
Endlich mal richtig Winter
Alle haben sich diese Tage über die Kälte beschwert. Doch ehrlich, was gibt es im Winter schöneres als wunderbarer blauer Himmel, klare Luft, trockene Kälte und ein bisschen Eis und Schnee? Das ist mir jedenfalls deutlich lieber als Regenwetter bei plus fünf Grad plus, wie es jetzt wieder ist. Deshalb mochte ich den kanadischen Winter auch so gern, denn dort war es 90 Prozent der Zeit kalt, trocken und hell.Hier ein paar Bilder.