Mittwoch, 14. Februar 2007

Konzertmarathon - Teil 3

Gestern Abend war es nun Zeit für den dritten Teil meines Heidelberg-Endzeit-Konzertmarathons. Da mich meine Konzertmitgänger alle aufgrund von Krankheiten im Stich ließen, macht ich mich dieses Mal alleine auf den Weg in den Karlstorbahnhof, denn ich wollte mir das Ganze dennoch nicht entgehen lassen.

Los ging es im mittelmäßig besuchten Haus mit der Vorband, die Chartbusters. Es handelt sich dabei um eine FreizeitmusikerInnenrockkapelle aus Heidelberg, bestehend aus vier Damen und einem Herren. Die fünf spielten Seventies Rock, einen Mix aus Eigenkompositionen und Covers, auf deutsch, englisch und französisch (bei letzteren beiden leider mit ziemlich hörbarem Akzent). Auch ein paar Country Hits haben sich eingeschlichen. War ganz nett, wird aber bald vergessen sein.

Nicht so Hot Club de Paris, es handelt sich dabei um three young lads from Liverpool, die eine äußerst unterhaltsame, sowie sehens- und hörenswerte Performance ablieferten. Wie ich aufgrund ihres Status als Newcomer, sowie ihrem bisher einzigen Album erwartet hatte, war das ganze zwar kurz und knackig, dafür steckte richtig Power dahinter. So wurden alle Stücke des Albums Drop It Til It Pops plus eine B-Seite und ein spezieller a capella Konzert Opener dargeboten. Um Interaktion mit dem Publikum bemüht (teils auf deutsch) und mit viel (sehr englischem) Humor, hinterließen die drei einen sehr guten Eindruck beim Publikum, das sie glaube ich vollständig für sich gewonnen hatten. Denn in anbetracht der geringen Besucherzahl ging dieses ziemlich ab! Der Hype, der in der einschlägigen Musikpresse um HCdP veranstaltet wird, ist also durchaus berechtigt. Ich freue mich schon auf ihr Zweitlingswerk.

Montag, 12. Februar 2007

Nachmietercasting

Manche von Euch kennen das sicherlich, die Mitbewohnersuche in WGs. Ich habe das bereits einige Male mitgemacht, und auch wenn es die dankbarere Position ist, wenn man beim Casting auf der Seite derjenigen steht, die auswählen, ist es doch ganz schön nervig. Eines der Gründe, weshalb ich in Berlin kein WG-Zimmer gesucht habe, ist die Tatsache, dass ich keine Lust hatte, mich der Tortur des Kandidaten nochmals zu unterziehen.

Nun galt es also, einen Nachmieter für mein Zimmer in Heidelberg zu finden. Anzeige schalten, Termin finden, wo alle Mitbewohner können, am Samstag Vormittag war es schließlich soweit, die Kandidaten kamen im 20 Minuten Takt zum vorsingen. Wir hatten ja schon vorab gefiltert – nur Männer, keine Erstis – deshalb konnten wir das Kandidatenfeld klein halten. Dennoch ist es schon anstrengend, den ganzen Vormittag die gleichen Gespräche zu führen und dann noch entscheiden zu müssen, wer von den 5 Medizinern, die da waren schlussendlich am besten in unsere Wohnung passt. Nun rufe ich heute den Sieger an, um ihm die freudige Nachricht zu übermitteln und... er muss es sich noch überlegen. Hoffentlich sagt er zu, der einzig andere, der uns nämlich gefallen hat, dürfte nämlich schwer an unseren Vermieter zu vermitteln sein. Das würde bedeuten, wir müssten die Tortur noch mal von vorne anfangen...

PS: Das Bild zeigt übrigens den Blick aus meinem Zimmerfenster - sicherlich eines der der schöneren Fenster Heidelbergs.


Samstag, 10. Februar 2007

Razorlight - Gastbeitrag von Remi

Für das Konzert bin ich extra aus Steinen angereist, daher waren die Erwartungen besonders hoch. Gegen 21 Uhr sind wir, Pierre, Anne, Till, Susanne (eine Arbeitskollegin von Anne und Till) und ich im schon gut gefüllten Karlstorbahnhof angekommen. Pünktlich um 21.30 gingen die Lichter aus und die Vorband Karpatenhund kam auf die Bühne. Musikalisch kann man sie als Wir sind Helden orientierte Indie-Pop-Rock mit sehr schlichten (oder sollte man das i durch ein e ersetzen ?) Texten beschreiben. Die Sängerin, eine Mischung aus Judith Holofernes und Blümchen übertrieb es leider ein wenig mit ihrer Gestik und Mimik, was das ganze ein wenig lächerlich wirken ließ. Aber wir waren ja für Razorlight gekommen!

Gegen viertel nach 10 ging es, wie erwartet, mit der Single „In the Morning“ los. Die Menge war sofort begeistert. Die Bandmitglieder alleine waren schon interessant: Der sehr gute Schlagzeuger, der Haare dank eines Ventilators nicht aus seinem Gesicht bekam und der Frontman Johnny, ein ganz in weiß gekleideter Frauenschwarm, der sich aber zum Glück schon nach kurzer seit sein potthässliches Oberteil ausgezogen hat waren die herausstechendsten Exemplare. Ein Hit nach dem anderen wurde gespielt, das Tanzbein bekam keine Ruhe. Eines der Highlights war ohne Frage sicher auch der
Radio-Hit America. Einziges Manko war der Schluss des Konzerts, da die Band nur eine Zugabe spielte. Beim Abschluss einer Tournee kann man sicherlich mehr bieten.

Alles in allem war es trotzdem ein tolles Konzert und ich bereue nicht den weiten Weg auf mich genommen zu haben.

Freitag, 9. Februar 2007

Jetzt kann (hoffentlich) nichts mehr schiefgehen...

Juhu, mein Makler hat mich grad angerufen, dass mein Mietvertrag für meine Berliner Wohnung zu mir per post unterwegs ist. Es kann also kaum mehr was schiefgehen und ich kann jetzt mit meiner Umzugsplanung voll loslegen. Außerdem kommen morgen die Bewerber für die Nachmiete meines WG-Zimmers hier in Heidelberg. Hoffentlich ist einer dabei, der in Ordnung ist, damit das auch abgehakt ist...

Jetzt geht’s erstmal ins Wochenend-Vergnügen: Rémi kommt bald in Heidelberg an und heut Abend geht’s in den Karlstorbahnhof ins Razorlight Konzert.

Donnerstag, 8. Februar 2007

Eagle*Seagull

Zum Abschluss meiner Heidelberger Zeit habe ich mir einen kleinen Konzertmarathon verordnet. Eigentlich hat das nichts mit meinem Weggang zu tun, hat sich eher aufgrund der Menge der attraktiven Bands, die in die Gegend kommen, so ergeben. Gestern Abend machte das Konzert von Eagle*Seagull im Substage in Karlsruhe den Anfang. Viel versprechendes Album, wunderbarer Club (in einer ehemaligen Unterführung, dort herrscht immer eine ziemlich geile Stimmung), die Ingredienzien für einen tollen Abend waren beisammen. So sollte es auch werden.

Die Vorband Friska Viljor war für sich eigentlich schon das Eintrittsgeld wert. Nicht nur macht die Band aus Schweden exzellente Musik, etwas im Stil von the Coral, nur etwas rockiger, die einen richtig mitreißt. Sie haben auch richtig Spaß auf der Bühne, nehmen sich selbst nicht allzu ernst und treten in Feinrippunterhemden und Hosentraegern auf. Danach war man also richtig heiss auf den Hauptact.

Nachdem ich Eagle*Seagull auf ihrem Album gehoert hatte, fand ich die Beschreibung auf der Homepage des Substage, es handele sich dabei um „Pop à la Arcade Fire“ etwas uebertrieben, wenn auch eine gewisse Verwandtschaft herauszuhören war. Als die Band jedoch auf der Buehne loslegte, konnte ich diese Beschreibung sofort unterschreiben. Sehr tanzbare Indie-Mukke, die einen sofort packt und bis zum Ende des Auftritts nicht mehr loslaesst. Angesichts des doch eher ruhig geratenen Albums eher ueberraschend, doch wenn man soo positiv ueberrascht wird, dann ist das umso besser. Zudem ist die Violistin der Band sehr nett anzuschauen und beherrscht das gelangweilte Posen auf der Buehne vorzueglich.

Fazit: Diesen Auftritt sollte man sich nicht entgehen lassen. Jederzeit wieder!

Dienstag, 6. Februar 2007

Grey's Anatomy


Das ist die Serienentdeckung der letzten Jahre. Exzellente Autoren, gutes Konzept, spannend, rührend, alles, was eine gute dramatische Serie ausmacht! Dazu gute Schauspieler und besonders hübsche weibliche Darstellerinnen. Da kann jede andere Krankenhausserie abkacken dagegen. Ich hatte das Glück - Internet und Arbeitslosigkeit sei dank ;-) - dass ich binnen relativ kurzer Zeit einen Großteil der Folgen von Grey's Anatomy anschauen konnte. Leider habe ich inzwischen die aktuell im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlte Folge erreicht, odass ich mich - wie alle anderen - gedulden muss, bis ich die naechste Folge sehen kann. Schwierig...

Sonntag, 4. Februar 2007

Berlin-Impressionen

Total fertig und glücklich verlasse ich am Freitag Nachmittag Berlin. Der Aufenthalt dort hat sich gelohnt - wenn nichts mehr schief geht, habe ich eine Wohnung gefunden: Ein Zimmer im vierten OG des Seitenflügels eines Altbaus in Neukölln, nahe der U-Bahn StationNeukölln Rathaus. Ca. 40 Quadratmeter, Dielenboden, voll ausgestattete Küche, hell. In anderen Worten, genau das richtige für mich und der Preis ist auch akzeptabel.

Auch Berlin fängt nun an, mich zu begeistern. Ich hatte ja zwischen den Wohnungsbesichtigungen etwas Zeit, um mich umzuschauen. Ich finde, unsere Bundeshauptstadt ist nicht so sehr mit anderen westeuropäischen Großstädten zu vergleichen. So neigt man im allgemeinen dazu, Paris oder Rom sofort schön zu finden. Berlin hingegen lebt mehr von der Stimmung, die dort herrscht. Natürlich gibt es auch schöne Ecken – beispielsweise der Gendarmenmarkt, oder entlang des Landwehrkanals. Was besticht ist aber die Atmosphäre, die das Leben in der Stadt ausmacht. Insofern finde ich Berlin vergleichbar mit Toronto. Auch in diese Stadt habe ich mich verliebt, ohne sie je besonders schön zu finden. Auf ähnliche Weise wie die kanadische Metropole ist Berlin zudem noch immer (bzw. wieder) in der Entwicklung, gar im Aufbruch. Vieles scheint noch möglich, die Stadt ist in steter Veränderung.

Das interessanteste aber ist, es scheint einen scheinbar unerschöpflichen Fundus an Orten und Besonderheiten in der Stadt zu geben, die es zu erkunden und zu entdecken gilt. Hinter jeder Ecke, in vielen Hinterhöfen, wird man von einer neuen versteckten Überraschung erwartet. Ich freue mich darauf, bald die Gelegenheit zu haben, einige davon zu entdecken.